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  • Eva Maria

Bangkok, du Chamäleon

Aktualisiert: 13. Jan. 2020

One Night in Bangkok ... in unserem Fall waren es zwei, die uns so unterschiedliche Facetten gezeigt haben, wie kaum eine andere Stadt zuvor. Sie war großartig – sie war grenzwertig.

Mit seinen über 8,5 Mio. Einwohnern leben in der Hauptstadt Thailands fast so viele Menschen wie in ganz Österreich zusammen. Die Straßen sind voll. Sie pulsieren. Nicht umsonst ist es neben London und Paris die meistbesuchte Stadt der Welt. Unzählige Kulturen treffen hier aufeinander. Der Großteil der hier Lebenden sind Buddhisten, die ihre kunstvollen Heiligtümer verehren wie kaum etwas anderes. Opfergaben in Form von aufwändig gestalteten Blumengirlanden zieren die über 400 Tempel in einer unvorstellbaren Masse. Oftmals sieht man den Tempel vor lauter Blumen kaum noch. Buddhas werden mit Blattgold beklebt, Kerzen und Räucherstäbchen angezündet und Gebete gesprochen. So wunderschön diese Zeremonien und Rituale auch sind, von Ruhe ist auch hier keine Spur. Es wird gedrängelt, jeder will ein Selfie mit der Buddha Statue. Und dennoch faszinieren diese riesengroßen kulturellen Erbstätten einen zutiefst und ziehen einen in ihren Bann (Kleiderordnung unbedingt vorher checken, oder ihr müsst wie David nette Elefantenhosen kaufen!).


In 2 Tagen Bangkok haben wir über 36 km zu Fuß zurückgelegt. Unglaublich, wenn man bedenkt, dass ich an einem normalen Tag kaum mehr als 3000 Schritte erledige. Aber Bangkok zeigt einem an jeder Straßenecke so unglaublich viele verschiedene Seiten, dass einem die Distanz erst abends, wenn man übermüde ins Bett fällt, bewusst wird. Dennoch zahlt sich eine Fahrt mit den berühmt berüchtigten Tuk-Tuks oder dem öffentlichen Bus auf jeden Fall auch aus. Für umgerechnet 30 Cent erlebst du eine für europäische Verhältnisse mehr als abenteuerliche Fahrt. Türen bleiben während der gesamten Fahrt geöffnet, festgehalten wird sich im vollen Bus ungeniert am Vordermann und ausgestiegen (bzw rausgesprungen) wird bei rollendem Fahrzeug. Ein echtes Erlebnis!

Ein Erlebnis war auch die kulinarische Verköstigung. Bangkok lebt von seinen unzähligen Garküchen, die an jeder Straßenecke mit ihren eigenen Spezialitäten locken. Oft provisorisch auf Rädern montiert, werden die umgebauten Anhänger von Straße zu Straße geschoben und verkaufen Suppen und andere Gerichte direkt to go in kleinen Plastiksäcken. Niemals im Leben hätte ich mich noch vor ein paar Jahren getraut, hier Essen zu kaufen. Mittlerweile bin ich froh, diese Voreingenommenheit abgelegt zu haben. Andernfalls wäre mir dieses sensationelle Phat Thai mit frischen Garnelen für umgerechnet 1,50 € wohl verwehrt geblieben. Auf unseren kleinen Plastikstühlen inmitten lauter Einheimischen Thais zu essen und wie diese behandelt zu werden, war eine schöne und neue Erfahrung, die wir nicht gemacht hätten, wenn wir nicht über unseren Schatten gesprungen wären. Notiz an uns selbst: weniger Voreingenommenheit, mehr leben.


Fazit unseres Bangkok Besuchs: In den ersten Minuten nach der Ankunft waren wir geflasht, überfordert und vielleicht auch wegen des Jetlags ein wenig banane. Der typische Kulturschock eben. Ein Chang Bier später und mit ein wenig Essen im Bauch ließen wir uns aber treiben und die Stadt hat uns mit all ihren schönen und schrägen Seiten vollkommen in ihren Bann gezogen.

Unsere absoluten Highlights:


  • Private Bootstour durch die kleinen Kanäle in Bangkok – zeigt die etwas andere Seite der Stadt, bei der man oft einen Blick auf Warane und Krokodile erhaschen kann (ca. 15 € für 1 h)

  • Busfahrt mit den öffentlichen Linien quer durch die Stadt – abenteuerliche Stadtbesichtigung als super günstige Verschnaufpause (0,30 € pro Strecke)

  • Garküchen – unbedingt ausprobieren!

  • frisch gepresster Granatapfelsaft direkt vom Straßenstand

  • Cocktail bei Sonnenuntergang mit Blick auf Wat Arun – magisch!



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